Mittwoch, 29. April 2009

Der Bücherwurm...

ist mal wieder am arbeiten. Vorgestern habe ich das "Einsteinprojekt" von Jose Carlos Somoza fertig gelesen. Das Buch war zwar nicht schlecht, aber bei weitem nicht so spannend wie es der Klappentext versprochen hat. Für einen physikalisch ziemlich unterbelichteten Leser wie mich war es teilweise auch recht "wissenschaftlich" geschrieben und damit auch etwas anstrengend bzw kann man mir dann halt alles erzählen und ich muß die Erklärung glauben. Auf die Auflösung wäre ich auch nicht alleine gekommen und wirr war es auch noch. Auf einer Notenskala würde ich nur eine 3-4 geben.

Außerdem habe ich von Oliver Pötzsch "Die Henkerstochter und der schwarze Mönch" gelesen. Die Geschichte spielt ca 1660 in Schongau (also in meiner Umgebung). Den Vorgänger "Die Henkerstochter" fand ich im Sommer total lustig zu lesen, die Geschichte war stimmig, gut recherchiert, flüssig zu lesen, sprich ein nettes Urlaubsbuch. Aus genau diesem Grund habe ich den Nachfolger gekauft und bin einigermaßen enttäuscht. Der Autor ist in der beschriebenen Gegend verwurzelt und trotzdem ist auf der Karte vom Pfaffenwinkel die angeblich den Stand von 1700 zeigt im Einband der Forggensee eingezeichnet. Dieser Stausee liegt in der Nähe von Füssen und existiert seit Mitte der 1950er Jahre... da habe ich mich auf der 3. Seite schon gewundert. Danach ging es aber ähnlich weiter. Zuerst stirbt ein Pfarrer an einer vergifteten Schmalznudel, einige Seiten weiter war es eine Dampfnudel und irgendwo dann eine Rohrnudel. Gut, das sind alles Hefegebäcke, damit endet dann aber schon die Ähnlichkeit. Als nächstes tritt eine reiche Dame auf. Vorgestellt wird sie als die Schwester des Ermordeten, verwitwete Kaufmannsfrau aus Landsberg am Lech. Irgendwann tritt sie drei Kapitel als Kaufmannsfrau aus Landshut auf, um später wieder aus Landsberg zu kommen. Klar, liegt ja auch nur gute 150 Kilometer auseinander, zu damaliger Zeit also ein Katzensprung.... Ein Wallach wird plötzlich zur Stute, ist auf der einen Seite ein feuriger Hengst, nachher ein alter Klepper... Klar, ein Buch mit 400 Seiten ist ein großer Aufwand, hin und wieder habe ich mich aber doch gefragt ob der Autor das Buch nach dem schreiben nicht nochmal Korrektur gelesen hat. Außerdem sollten die Verlage die Geschichten doch auch noch auf diese eindeutigen Flüchtigkeitsfehler überprüfen, oder? Die Story an sich war ja nicht schlecht, irgendwann liest man aber nur noch um weitere Ungereimtheiten zu entdecken und das ist eindeutig SCHADE! Oder was meint Ihr?

Kommentare:

  1. Oh, danke für die Rezension, ich habe mir gerade die Henkerstochter bestellt. Da werde ich also den Nachfolgeroman weglassen. Schade, dass meist die nächsten Romane weniger Qualität besitzen. Wahrscheinlich musste schnell noch das gute Echo des ersten Romans genutzt werden um das zweite zu verkaufen.
    Ich habe gerade Abbitte von Ian McEwan fertig. Ein Buch das mir außerordentlich gut gefallen hat.
    Viele Grüße
    Kerstin

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  2. Abbitte liegt glaub ich auch noch hier irgendwo in einem Bücherstapel... blöd dass ich nicht gleichzeitig Lace-Stricken und lesen kann :-D

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